Zumutbare Arbeit: Im Rahmen des SGB II gilt der Grundsatz, dass jede Arbeit zumutbar ist, also auch sozialversicherungsfreie Arbeiten bis 400 Euro (sog. Minijobs). Keine Rücksicht genommen wird darauf, dass
- die Arbeit nicht einer früheren beruflichen Tätigkeit entspricht,
- es sich um eine geringwertige Arbeit handelt,
- der Arbeitsort weiter entfernt ist als bei der letzten Tätigkeit,
- die Arbeitsbedingungen gegenüber den vorherigen ungünstiger sind.
Auch ein noch so kleiner Zuverdienst, wie z.B. 165 Euro im Monat, ist eine zumutbare Arbeit und Sie erhalten eine Kürzung, wenn Sie ihn aufgeben. Es gelten jedoch bestimmte Grenzen für die Zumutbarkeit einer Arbeit:
Unzumutbar ist eine Arbeit,
- zu der man körperlich, geistig oder seelisch nicht in der Lage ist. D.h. wenn Sie einen Rückenschaden haben, können Sie keine schweren Arbeiten verrichten. Sie brauchen bei diesen gesundheitlichen Problemen keine Angst zu haben, dass Sie dadurch finanzielle Nachteile bekommen. Schwerhörigkeit oder altersbedingte Verschleisserscheinungen führen auch nicht zu einer Kürzung des Arbeitslosengelds II, sondern schränken lediglich den Kreis der für Sie zumutbaren Tätigkeiten ein. Aber Vorsicht: Bei zu großen gesundheitlichen Einschränkungen kann es passieren, dass Sie zu einer ärztlichen Untersuchung bestellt werden, damit ihre Erwerbsfähigkeit überprüft wird.
- wenn dadurch die künftige Ausübung Ihrer bisherigen Tätigkeit erschwert würde (z.B. bei einem bisher als Zahntechniker Beschäftigten durch eine Tätigkeit als Straßenbauer),
- wenn die Erziehung eines Kindes ab 3 Jahren  gefährdet wäre. Zwar sollen die Kommunen darauf hinwirken, dass vorrangig ein Kinderbetreuungsplatz zur Verfügung gestellt wird, die Situation sieht jedoch in der Regel so aus, dass aufgrund von Schließung und Reduzierung der Kinderbetreuungsangebote oft kein entsprechender Platz vorhanden ist. Deshalb sollten Sie überprüfen, ob die Arbeitszeiten mit den Öffnungszeiten und dem entsprechenden Anreiseweg vereinbar sind. In Frage kommt deshalb in der Regel nur eine Teilzeitarbeit. Allerdings können Sie sich nicht allein auf das Nichtvorhandensein eines Kinder- oder Hortplatzes berufen. Denn wenn die Kinderbetreuung "auf sonstige Weise" (z.B. durch Großeltern) möglich ist, unterliegen Sie der Arbeitspflicht.
Aber: Für diejenigen, die ein Kind unter 3 Jahren erziehen, gibt es keine Arbeitsverpflichtung.
Tipp: Wenn die Betreuung Ihres Kindes wegen Krankheit, Behinderung oder Verhaltensauffälligkeiten nicht durch Kindergarten, Hort oder auf sonstige Weise unabhängig von den Eltern gesichert ist, so ist Ihnen eine Erwerbstätigkeit nicht oder nur eingeschränkt zumutbar. Im Zweifel hilft ein ärztliches Attest oder eine Stellungnahme des Schulpsychologen oder des Sozialdienstes.
- wenn die Arbeit nicht mit der Pflege eines Angehörigen vereinbar ist. Allerdings gilt hier auch die Einschränkung, dass die Pflege auf andere Weise sichergestellt werden kann. Das bedeutet, dass auch eine andere Person die Pflege übernehmen könnte, damit Sie sich um Ihre Eingliederung in den Arbeitsmarkt kümmern.
- der Ausübung der Arbeit ein sonstiger wichtiger Grund entgegensteht, das ist z.B.
- die Entfernung (Mehr als 3 Stunden Fahrzeit),
- die Arbeitsbedingungen (Arbeitssicherheit),
- eine Arbeit als Streikbrecher,
- oder Lohnwucher und Sittenwidrigkeit.