Zu zweit aufs Amt gehen  

Angesichts möglicher Probleme sollten Sie den Gang zum Amt wenn möglich nicht allein machen. Wenn Sie Alg II beziehen, dann ist ein Beistand ratsam, wenn ein schwieriges Gespräch bevorsteht wie beispielsweise, wenn das Amt mit ihnen eine Eingliederungsvereinbarung abschließen will. Sie können eine Person des Vertrauens mit zum Amt nehmen – einen so genannten Beistand nach § 13 SGB X. Sagen Sie ihrem Sachbearbeiter zu Beginn des Gesprächs, dass Sie Frau oder Herrn Hilfreich als ihren Beistand mitgebracht haben. Bei wichtigen Angelegenheiten und eventuellen Vorfällen ist dann ein Zeuge da, dessen Aussage bei Konflikten bedeutsam sein kann. Außerdem haben Sie dann auch nicht das Gefühl, allein dem Fallmanager bzw. dem Amt ausgeliefert zu sein. Oftmals hilft es schon, wenn der Beistand nur als „stummer Zeuge“ beim Gespräch dabei ist. Der Beistand kann aber auch für Sie sprechen, also stellvertretend für Sie ein Anliegen vorbringen. Dann wird alles, was der Beistand sagt, so gewertet, als hätten Sie es selbst gesagt – es sei denn, Sie widersprechen ausdrücklich.

Tipp: Falls Ihr Beistand mit dem Hinweis auf Datenschutz abgewimmelt wird, lassen Sie sich dadurch nicht einschüchtern. Es handelt sich um Ihre Daten und Sie können bestimmen, ob und wen Sie als Beistand haben wollen. Außerdem ist es Ihr gutes Recht, jemanden mitzunehmen! Es ist besser jemand aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis als Beistand mitzunehmen als den Ehepartner oder Verwandte. Denn im Streitfall sind verwandte oder verschwägerte Personen als Zeugen nicht geeignet, da sie als „befangen“ und wenig glaubwürdig angesehen werden. In einigen Orten gibt es  auch Erwerbsloseninitiativen oder Beratungsstellen, die eine Begleitung zum Amt anbieten.

Weitere Rechtsinformationen zur Begleitung gibt es hier

Eigenen Ordner anlegen

Die im Antrag auf Alg II gemachten Angaben sind die Grundlage für die Bearbeitung und Entscheidung. Wichtig ist deshalb zu wissen, welche Angaben Sie im Einzelnen gemacht haben, damit Sie den Bescheid auf Alg II überprüfen können.  Was Sie schwarz auf weiß haben, können Sie jederzeit nachlesen. Daher ist es empfehlenswert, einen eigenen Ordner anzulegen. Darin sollten Sie alle Bescheide und Briefe des Amtes abheften. Machen Sie sich auch von Ihren Anträgen und Schreiben immer eine Kopie, damit Sie wissen, welche Angaben Sie gemacht haben, wie Ihre Argumente sind und damit Sie kontrollieren können, ob auf Ihre Argumente auch eingegangen worden ist. Wenn Sie wegen der Höhe Ihrer Miete Probleme bekommen und Sie Ihre Wohnungssuche nachweisen müssen, sollten Sie auf jeden Fall ebenfalls Ihre Bemühungen für sich dokumentieren. Gleiches gilt auch für Ihre Arbeitsuche oder für ein ärztliches Attest usw. Gut ist auch, wenn Sie sich nach einem Termin auf dem Amt kurz das Ergebnis aufschreiben. Das kann hilfreich sein. Denn wer kann sich schon nach Wochen oder gar Monaten daran erinnern, was besprochen wurde?

Tipp: Falls in Ihrem Antrag durch die Behörde etwas geändert wurde, verlangen Sie eine Kopie (§ 25 Abs. 5 SGB X). Möglicherweise müssen Sie dafür einen Betrag für die Aufwendungen des Amtes zahlen. Dieser darf aber nur in angemessener Höhe verlangt werden. Die Kosten für die Kopien Ihres Antrags, bevor Sie ihn abgeben, müssen Sie selbst bezahlen.