Spezielle Fragen zum Arbeitslosengeld I

im Rahmen der Arbeitstagung der Deutschen Vereinigung für Sozialdienst im Gesundheitswesen (DVSG e.V.) am 10. Mai 2007 wurden mir 5 Fragen gestellt. Als ich das Seminar fertig hatte, wusste ich warum.

Die Fragen
-   Berechnung des ALG I sowie insbesondere Höhe des ALG I bei Aussteuerung, nach Bezug von befristeter EM-Rente und nach Kindererziehungszeiten
-   Arbeitslosigkeit und Übergangsgeld bei medizinischer Rehabilitation  
-   Arbeitslosigkeit und Schwerbehinderung – ist es noch sinnvoll bei Arbeitslosigkeit eine Schwerbehinderung zu beantragen?
- Förderungsmöglichkeiten durch das Arbeitsamt
- Kooperationsmöglichkeiten mit der Deutschen Rentenversicherung


Höhe des Alg I - allgemein
*   60 % des Leistungsentgeldes
*   67 % ab dem ersten (Adoptiv-, Pflege-, Stief-) Kind

Bemessungsentgeld: Alle beitrags- und steuerpflichtigen Einnahmen des letzten Jahres = ca. Brutto, auf den Kalendertag umgerechnet. Sind innerhalb dieses letzten Jahres weniger als 150 (Vollzeit)Arbeitstage abgerechnet worden, so wird der Zeitraum auf 2 Jahre verlängert.
Davon werden 21 % Sozialversicherungen abgezogen. (Benachteiligung für Midijobber)
Anschließend wird nach Lohnsteuerklasse am 1.1. des Jahres (Wechsel ist problematisch) fiktiv versteuert. das ergibt dann das: Leistungsentgeld


Sonderregelungen:
• Kug, Winterausfallgeld, = Normalverdienst
• Freistellungen nach § 7 (1a) SGB IV, Freiwilliges Soziales Jahr u.ä., Erziehungsgeld, Elterngeld, etc. bleiben außer Betracht.
• Nach früherem Alg-Bezug
• Zwischenbeschäftigung von weniger als 12 Monaten: alter Anspruch, altes Alg I
• Zwischenbeschäftigung von mehr als 12 Monaten bei einem Bestandsschutz von 2 Jahren: Mindestens(!!) altes Alg I – oder neues, wenn höher
   
* Versicherungspflichtige Beschäftigung (Anspruch) und Bemessungsentgelt sind zwei verschiedene Dinge.
* Teilzeitregelung:
* Zeiten mit gesunkenem Verdienst bleiben weiterhin außer Betracht, wenn:
* Die Arbeitszeit unter 80 % und mindestens 5 Stunden abgesenkt wurde, wenn „der Arbeitslose Beschäftigungen mit einer höheren Arbeitszeit innerhalb der letzten dreieinhalb Jahre vor der Entstehung des Anspruchs während eines sechs Monate umfassenden zusammenhängenden Zeitraums ausgeübt hat.“