(zu hohe) Miete

Ist Ihre Miete unangemessen, wird die Miete in der tatsächlichen Höhe so lange gezahlt, wie es Ihnen nicht möglich oder nicht zuzumuten ist, die Miete zu senken. Dies soll z.B. durch Umzug oder Untervermietung geschehen. Die tatsächliche Miete wird in der Regel jedoch längstens für 6 Monate gezahlt. Achtung: Sie können nicht untervermieten, wenn dies in Ihrem Mietvertrag ausgeschlossen ist. Untervermietung muss vom Vermieter genehmigt werden. Ein Umzug ist dann nicht zuzumuten oder nur mit einer verlängerten Frist, wenn Sie z.B.

-       schwerbehindert, allein erziehend mit kleinen Kindern oder schwanger sind oder

-       nur für kurze Zeit auf Grundsicherungsleistungen angewiesen sind und der finanzielle Aufwand für einen Umzug zu groß ist.

Zur Wohnungssuche haben Sie längstens 6 Monate Zeit. Es sind allerdings auch Ausnahmen möglich, z.B. wenn Sie nachweisen (!) können, dass Sie trotz intensiver Suche keine billigere Wohnung bekommen haben. Ein allgemeiner Verweis auf Ihre Schufa-Auskunft oder dass Sie sich bei den Wohnungsgesellschaften eingetragen haben, reicht dafür wohl nicht aus.

Tipp: Schreiben Sie genau auf, wann und wo Sie sich erkundigt haben. Notieren Sie das Ergebnis eines (Telefon-)Gesprächs. Sammeln Sie die Wohnungsanzeigen aus den Zeitungen. 

Tipp: Für die Aufwendungen der Wohnungssuche (Briefpapier, Telefongespräche, Porto, Anzeige usw.) sollten Sie einen Antrag auf Kostenübernahme Ihrer Wohnbeschaffungskosten stellen. Wenn Sie aufgefordert werden umzuziehen oder Sie umziehen müssen, weil Sie z.B. eine Eigenbedarfskündigung erhalten haben oder nur noch die angemessene Miete übernommen wird, besteht eine Pflicht, die Kosten zu übernehmen.

Ziehen Sie in eine andere Kommune, Stadt, einen anderen Stadtteil, ist für die Zusicherung der Übernahme der Kosten für eine neue Wohnung der bisher örtlich zuständige Träger zuständig. Der für den Ort der neuen Unterkunft zuständige Träger ist zu beteiligen (§ 20  Abs. 2 SGB II). Die Kosten für die Beschaffung einer neuen Wohnung und die Umzugskosten können durch den bisherigen Träger übernommen werden, eine Mietkaution jedoch durch den am Ort der neuen Wohnung zuständigen Träger. Wer freiwillig in eine teurere Wohnung umzieht, die zwar noch angemessen ist, erhält nur die bisher bezogenen Unterkunftskosten (§ 22 SGB II).