Kündigung - was tun ? Hinweise für unsere Mitglieder


  • Das wichtigste zuerst:

Eine Kündigung muss immer schriftlich erfolgen. Mündliche Kündigungen sind unwirksam. Nach Erhalt der Kündigung (persönlich oder im Briefkasten) beginnt die 3-Wochen-Frist. Innerhalb der nächsten 3 Wochen muss die Klage beim Arbeitsgericht eingegangen sein (Poststempel reicht nicht). Ob eine Kündigungsschutzklage Erfolg hat oder nicht, muss im Einzelfall geprüft werden. Voraussetzung ist jedoch, dass der Betrieb mehr als 5 und bei einem Arbeitsverhältnis ab 1.1.2004 mehr als 10 Beschäftigte hat. Einen Rechtsanspruch auf Abfindung gibt es nicht. Wer gegen seine Kündigung klagt, hat jedoch die Chance, eine Abfindung zu erhalten. Die Höhe ist von den jeweiligen Bedingungen abhängig. Wenn der Betriebsrat der Kündigung widersprochen hat, kann die Weiterbeschäftigung verlangt werden.

  • Resturlaub innerhalb der Kündigungsfrist nehmen.

Der Urlaub kann nur bei "dringenden betrieblichen Notwendigkeiten" innerhalb der Kündigungsfrist verweigert werden. Wird der Urlaub ausbezahlt, kann dies zur Konsequenz haben, dass die Auszahlung des Urlaubgeldes mit dem Arbeitslosengeld verrechnet wird (späterer Beginn der Arbeitslosigkeit).

  • Abschlagszahlung

Es kann unter Umständen Wochen dauern, bis die Anträge auf Arbeitslosengeld bearbeitet werden. Sollten keine Überbrückungsreserven vorhanden sein, sofort eine Abschlagszahlung beantragen.

  • Krankengeld ist höher als Arbeitslosengeld

Der Arbeitgeber ist bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses verpflichtet, nach den gesetzlichen (6 Wochen) und/oder tariflichen Bestimmungen Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle zu bezahlen. Wenn die Arbeitsunfähigkeit über das gekündigte Arbeitsverhältnis hinausgeht, besteht Anspruch auf Krankengeld.

  • Abfindungen

Abfindungen werden dann nicht mit dem Arbeitslosengeld verrechnet, wenn die Kündigungsfristen eingehalten wurden. Wurden dagegen die Kündigungsfristen nicht eingehalten und eine Abfindung bezahlt, wird das Arbeitsamt diese größtenteils mit dem Arbeitslosengeld verrechnen. Dies gilt insbesondere, wenn bei Zahlung einer Abfindung auf das Recht einer Kündigungsschutzklage verzichtet wird.

  • "Bewerbungsurlaub"

Nach Erhalt der Kündigung hat jeder Arbeitnehmer auf sein Verlangen hin Anspruch auf die notwenige Freistellung, um sich woanders zu bewerben. Wie lange, hängt vom Einzelfall ab. Wer sich am Ort vorstellt, braucht weniger Zeit, wie derjenige, der sich an einem weiter entfernten Ort vorstellen muss.

  • Wichtig für unsere Mitglieder

Nach Erhalt der Kündigung umgehend mit uns einen Termin vereinbaren, um über die Chancen und Risiken einer Klage zu reden. Die entsprechenden Unterlagen, Kündigung, ggf. Widerspruch des Betriebsrates, Arbeitsvertrag, Gehaltsabrechnung bitte zum vereinbarten Termin mitbringen. Wenn Kündigungsschutzklage erhoben wird, erledigen wir alles Weitere wie Klageeinreichung und Prozessvertretung. Das Rechtsschutzverfahren ist für unsere Mitglieder bei Zahlung des satzungsgemäßen Beitrages kostenlos