Änderung ab 2012

Ab 2012 können volljährige Kinder in erster Ausbildung soviel verdienen wie sie wollen - das Kindergeld bleibt erhalten. In der Zweitausbildung dürfen sie 20 Wochenstunden nicht überschreiten.


Kindergeld für Volljährige

Beim Kindergeld für volljährige Kinder gibt es immer wieder Probleme mit dem Einkommen. Sobald das eigene  Einkommen der Kinder 8004 Euro pro Jahr übersteigt, besteht kein Anspruch auf Kindergeld mehr. Wird eine (eindeutige) Saisonbeschäftigung ausgeübt, kann monatlich umgerechnet werden und es gibt dann für die Saisonmonate kein Kindergeld mehr. Es zählen alle Einkünfte im steuerrechtlichen Sinne, also auch Zinsen, Gewinnbeteiligungen, Miet- und Pachteinnahmen. Von diesen Einnahmeformen können pauschal 180 Euro vom Gewinn als weitere Kosten geltend gemacht werde. Von Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit können 920 Euro (oder nachgewiesene höhere) Werbungskosten geltend gemacht werden. Unterhalt, Bafög und Sozialleistungen zählen nicht als Einkommen. Alle weiteren Details folgen im Wesentlichen dem Steuerrecht. Eigene SV-Beiträge werden ebenfalls abgezogen. Die DA dazu und die Anträge

Wird im Laufe eines Jahres das Einkommen so weit gesteigert, dass es 8004 Euro insgesamt übersteigt, muss das gesamte Kindergeld für das Jahr zurückgezahlt werden! Die Rückzahlungen richten sich immer an denjenigen/diejenige, an den/die auch der Bescheid ging, also meist an die Eltern, ein Elternteil. Familieninterne Weiterleitungen interessieren nicht. Beziehen diese Leistungen nach dem SGB II, kann die Forderung an den Träger dieser Leistung weitergereicht werden, sofern den Eltern das Kindergeld als Einkommen angerechnet wurde (Bedarfsdeckungsprinzip, wird nicht einfach).

Wurde das Kindergeld intern zur Bedarfsdeckung des volljährigen Kindes weitergeleitet und im Rahmen des SGB II nicht als Einkommen angerechnet, muss die Rückforderung von den Eltern(teilen) selbst beglichen werden, da das Kindergeld nicht hätte weitergeleitet werden dürfen, weil die Notwendigkeit der Bedarfsdeckung nicht gegeben war, denn 8004 Euro sind für eine Einzelperson bedarfsdeckend.  (Am Regelsatz kommt niemand vorbei!) Die Eltern können dann selbstverständlich die Forderung gegenüber ihren Kindern geltend machen.

Die Rückforderung wird im Rahmen des Verwaltungsvollstreckungsverfahrens eingetrieben. Es gelten die üblichen Pfändungsfreigrenzen.

Beispiel:
Ein Azubi hat 700 Euro Lehrgeld im Monat und macht die Werbungskostenpauschale geltend, somit ist ihm/ihr lediglich ein Einkommen von (8400-920) 7480 Euro anzurechnen. Um am Wochenende nicht immer so blank zu sein, nimmt sie/er noch einen Minijob mit gerade einmal 100 Euro an. Die Eltern(teile) bekommen das gar nicht mit, wohl aber die Familienkasse, da der Minijob ordnungsgemäß angemeldet wurde. Bereits nach einem Monat ist die Einkommensgrenze überschritten und das Kindergeld ist für das ganze Kalenderjahr zurückzuzahlen. Nebenbei kommt noch ein Bußgeldtatbestand in Betracht, da die Eltern(teile) das zusätzliche Einkommen hätten melden müssen. Also sollte entweder der Nebenjob nicht angenommen werden, oder VORAB wird auf das Kindergeld verzichtet.

Das Einkommen der Eltern spielt dabei keine Rolle. Wenn die vollährigen Kinder kein eigenes Einkommen haben, können die Eltern das Kindergeld auch zur halben Millionen dazu bekommen. Wo kämmen wir auch sonst hin.