13. Eingliederungsleistungen:
Erkundigen Sie sich bei Ihrem Fallmanager, welche Eingliederungsleistungen möglich sind. Alle Eingliederungshilfen sind im Regelfall nur Kann-Leistungen.  D.h. Sie haben keinen Rechtsanspruch auf diese Unterstützung und können sie auch nicht einklagen. Versuchen Sie gegenüber dem Amt die Notwendigkeit dieser Maßnahme für Ihre Eingliederung zu begründen. Machen Sie sich aber auch gleichzeitig Gedanken über Alternativen. Die Qualität und der Nutzen der einzelnen Hilfen sind sehr unterschiedlich. So gibt es beispielsweise sowohl gute Fortbildungen und Umschulungen von bis zu zwei Jahren. Aber auch sehr kurze Maßnahmen, die oftmals für das berufliche Weiterkommen nichts bringen oder mit denen Sie nur kontrolliert werden sollen.

Finanzielle Hilfen bei der Stellensuche: Seit Anfang 2009 gibt es ein so genanntes Vermittlungsbudget. Das ist ein „Geldtopf“, aus dem das Amt Kosten erstatten kann, die bei der Suche und Aufnahme einer Arbeit anfallen. Geld bekommt man aber nur, wenn die Förderung „notwendig“ ist. Darüber entscheidet das Amt. Hier einige Beispiele für Kosten, bei denen Sie versuchen sollten, eine Erstattung zu bekommen:
- Bewerbungsunterlagen (Mappe, Kopien, Foto, Porto)
- Fahrten zum Amt und zu Vorstellungsgesprächen
- Arbeitskleidung oder Werkzeuge, die für eine neue Arbeit angeschafft werden müssen

Wenn Sie eine Arbeit außerhalb ihres Wohnorts in Aussicht haben, dann kommen auch folgende Kosten in Frage: die erste Fahrt zum Antritt einer Arbeit, tägliche Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstelle, doppelte Haushaltsführung oder Umzugskosten. Tipp: Beantragen Sie immer die Übernahme der Kosten bevor sie anfallen!

Berufliche Weiterbildung: Möglich sind Fortbildungen, bei denen berufliche Kenntnisse erweitert werden sowie Umschulungen, bei denen es um eine berufliche Neuorientierung geht.  Als Arbeitsloser bekommt man aber nur dann eine Weiterbildung finanziert, wenn das Amt dies für notwendig hält. Das Amt muss also davon überzeugt sein, dass Sie nach der Weiterbildung höchst wahrscheinlich eine neue Arbeit finden können. In Frage kommt eine Weiterbildung unabhängig von den Chancen auf eine neue Arbeit aber, wenn Sie keinen Berufsabschluss haben oder der Abschluss als „veraltet“ gilt. Letzteres wird angenommen, wenn man mehr als vier Jahre berufsfremd eine ungelernte oder angelernte Tätigkeit ausgeübt hat.

Wenn Sie die Voraussetzungen für eine Weiterbildung erfüllen, dann können Sie vom Amt einen Bildungsgutschein bekommen. Mit dem Gutschein verpflichtet sich das Amt, die Kosten einer Weiterbildung für ein bestimmtes Bildungsziel zu übernehmen. Mit dem Gutschein in der Hand können Sie dann unter den zugelassenen Bildungsträgern frei auswählen. Dies ist aber eine sehr zweifelhafte Freiheit. Denn meistens ist es kaum möglich zu beurteilen, welcher Bildungsträger eine gute Qualität bietet.

Tipps: Falls Sie konkrete Vorstellungen haben, welche Zusatzqualifikationen Sie gerne erwerben möchten, dann fragen Sie Ihren Vermittler, ob Sie eine solche Weiterbildung bezahlt bekommen. Generell gilt: Immer zuerst abklären, was möglich ist und wer die Kosten trägt, bevor man einen selbst ausgesuchten Lehrgang beginnt!

Tipps: für die Suche nach guten Kursen enthält der Leitfaden „Perspektive für Arbeitslose“ der Stiftung Warentest. (www.test.de  „Bildung und Soziales“ „Infodokumente“).