Berechnung des Freibetrags
Vom Erwerbseinkommen sind abzusetzen:
1. Steuern,
2. Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung und zur  Arbeitsförderung,
3. Erwerbstätigenfreibetrag.
4. Beiträge zu öffentlichen oder privaten Versicherungen oder ähnlichen Einrichtungen, soweit diese Beiträge gesetzlich vorgeschrieben oder nach Grund und Höhe angemessen sind; hierzu gehören Beiträge zur Vorsorge für den Fall der Krankheit und der Pflegebedürftigkeit für Personen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht versicherungspflichtig sind, zur Altersvorsorge von Personen, die von der Versiche-rungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung befreit sind,
5. geförderte Altersvorsorgebeiträge (Riester-Rente)
6. die mit der Erzielung des Einkommens verbundenen notwendigen Ausgaben und Unterhaltsverpflichtungen.

Der Teil Ihres Einkommens wird nicht berücksichtigt, der Ihnen aufgrund eines Unterhaltsanspruchs Dritter (Ex-Ehefrau, Kinder) nicht zur Verfügung steht. Titulierte Unterhaltsansprüche sind deshalb vom Einkommen abzuziehen, sofern es sich um Personen handelt, die den Mitgliedern der Bedarfsgemeinschaft gegenüber vorrangig oder gleichrangig anzusehen sind.

Zu den Absetzbeträgen im Einzelnen:

Sozialversicherungsbeiträge 
Vom Bruttoeinkommen aus Beschäftigung werden zunächst abgezogen: Steuern und Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung. Daraus ergibt sich dann das Nettoeinkommen.

Erwerbstätigenfreibetrag:

Zur Ermittlung der Höhe der Freibeträge wird nur das Bruttoeinkommen herangezogen. Die ermittelten Freibeträge werden dann vom Nettoeinkommen abgezogen. Es gilt ein Grundfreibetrag von 100 Euro (pauschal). Wer also nur 100 Euro im Monat dazuverdient, kann dieses Nebeneinkommen vollständig behalten. Der Erwerbstätigenfreibetrag beträgt zusätzlich für jeden Euro über 100 Euro:

-          bis 1000 Euro gelten 20 %

-          von 1000 bis 1.200 Euro gelten 10 %

-          von 1.200 Euro bis 1.500 Euro gelten weitere 10 %, jedoch nur für Personen mit mindestens einem minderjährigen Kind (0,10 Euro von 1 Euro).

Darüber liegendes Einkommen (netto) wird voll angerechnet.

Beispiel: Bruttoeinkommen 1000 Euro

                                                                    100 Euro  (Grundfreibetrag)

100 Euro bis 1000   Euro = 900 Euro (davon 20 %) =  180 Euro

Freibetrag                                                          =  280 Euro

Bruttoentgelt                                                1000 Euro

./. Steuern                                                    200 Euro

./. SV-Beiträge                                               150 Euro

=  Nettoeinkommen                                                650 Euro

./. Freibetrag (aus brutto)                               280 Euro

= anzurechnendes Einkommen                          370 Euro wird vom Bedarf abgezogen

Ausnahmeregelung: Bei einem Einkommen über 400 Euro können auf Antrag statt der 100-Euro-Grundpauschale auch die tatsächlichen höheren Kosten geltend gemacht werden (Nachweis erforderlich). Die Grundpauschale deckt die nachfolgenden Aufwendungen ab:

  • Beiträge für gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen (z.B. Kfz-Versicherung),
  • Altersvorsorgebeiträge insbesondere zur Riester-Rente,
  • private Versicherungen (Haftpflicht, Hausrat, Rechtsschutz) 30 Euro,
  • Werbungskosten (15,33 Euro oder tatsächliche Kosten),
  • für den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte 20 Cent pro Entfernungskilometer.

Einige Absetzbeträge oder die 30 Euro-Pauschale gelten aber auch für andere Einnahmen, z.B. bei Einkommen aus Rente, sonstigen Sozialleistungen, Alg I, Krankengeld, Vermietung und Verpachtung.

Zur Gewährung der 30 Euro-Pauschale für angemessene private Versicherungen   Eine Prüfung, ob jemand tatsächlich Aufwendungen für private Versicherungen hat, ist nicht vorzunehmen. Bezieht eine Person Einkünfte aus mehreren Einkommensarten ist die Pauschale nur einmal zu gewähren. Beziehen in einer Bedarfsgemeinschaft mehrere volljährige Personen Einkommen ist für jede Person die Pauschale von deren Einkommen abzusetzen. Bei Einkünften aus Vermietung bzw. Verpachtung werden die notwendigen Ausgaben (wie z.B. anteilige Grund- und Gebäudesteuern, anteilige Schuldzinsen, eine Pauschale von 10 % für Instandhaltung/-setzung und 1 % für Bewirtschaftung) berücksichtigt.